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Analyse der Bundestagswahl – Handlungsempfehlungen für die Energiewende

1.       Analyse der Ergebnisse in den Wahlkreisen

1.1. Erststimmen-Ergebnisse (Stärkste Partei in den Wahlkreisen)

·         CDU/CSU

o    Stärkste Kraft in den meisten Wahlkreisen Westdeutschlands.

o    Besonders dominant in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in einigen ländlichen Regionen Norddeutschlands.

o    Vereinzelt stärkste Partei in Ostdeutschland, aber nur punktuell.

·         AfD

o    Dominiert Ostdeutschland: Die AfD hat in fast allen Wahlkreisen Ostdeutschlands die Mehrheit der Erststimmen gewonnen.

o    Erstmals kann sie sich auch in einigen westdeutschen Regionen als stärkste Kraft durchsetzen.

o    Dies ist eine bemerkenswerte Verschiebung im Wahlverhalten.

·         SPD

o    Hat nur noch in wenigen Wahlkreisen die Mehrheit.

o    Stärkste Partei in einigen Großstädten wie Hamburg, Bremen und Teilen des Ruhrgebiets.

o    Deutliche Verluste im Vergleich zu früheren Bundestagswahlen.

·         Bündnis 90/Die Grünen

o    Nur in wenigen Wahlkreisen stärkste Kraft.

o    Einige Hochburgen in urbanen Zentren wie Berlin und Köln.

·         Die Linke

o    Hat nur in sehr wenigen Wahlkreisen gewonnen.

o    Vereinzelt stärkste Partei in Teilen Ostdeutschlands.

1.2. Gewinne und Verluste der AfD (Zweitstimmen) 
Die AfD hat bei dieser Wahl erhebliche Zugewinne erzielt.

·         Massive Zugewinne in Ostdeutschland

o    Besonders hohe Stimmenzuwächse in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

o    In einigen Regionen Gewinne von über 10 %, stellenweise sogar bis zu 19,9 %.

·         Westdeutschland zeigt gemischtes Bild

o    In einigen ländlichen Regionen verzeichnet die AfD ebenfalls Zugewinne.

o    In städtischen Regionen gibt es aber teils Rückgänge.

o    Insgesamt hat die Partei ihre Basis in Westdeutschland ausgebaut.

·         Deutlicher Unterschied zwischen Stadt und Land

o    Während die AfD in urbanen Zentren tendenziell weniger gewinnt oder sogar verliert, erzielt sie in ländlichen Gebieten massive Zugewinne.

o    Dies zeigt eine klare Spaltung im Wählerverhalten.

1.3. Gewinne und Verluste der Grünen (Zweitstimmen)

Die Grünen haben in vielen Regionen Verluste hinnehmen müssen.

·         Verluste vor allem in Ostdeutschland und ländlichen Regionen

o    Die Grünen haben insbesondere in ländlichen Gebieten stark an Wählerzustimmung eingebüßt.

o    In einigen Regionen liegt der Rückgang zwischen 3 und 5 %, in anderen sogar über 8 %.

·         Moderate Gewinne in einigen Großstädten

o    In Berlin, Hamburg und einigen anderen Großstädten gibt es leichte Zugewinne.

o    Dennoch reicht das nicht aus, um die insgesamt negativen Trends auszugleichen.

·         Besonders deutliche Verluste in Bayern und Baden-Württemberg

o    Diese Regionen galten bislang als Hochburgen der Grünen.

o    Der Verlust von Stimmen in diesen Gebieten deutet auf eine Veränderung im Wählerverhalten hin.

1.4. Größte Gewinne insgesamt (Zweitstimmen)

·         AfD als größter Gewinner

o    In den meisten Wahlkreisen ist die AfD die Partei mit den größten Zugewinnen.

o    Besonders in Ostdeutschland, aber auch in einigen westdeutschen Wahlkreisen.

·         CDU/CSU mit punktuellen Zugewinnen

o    In einigen Regionen konnte sich die CDU/CSU verbessern.

o    Besonders in ländlichen Gebieten mit traditionell konservativer Wählerschaft.

·         Die Linke nur mit minimalen Zugewinnen

o    Nur in sehr wenigen Wahlkreisen konnte die Linke größere Gewinne verbuchen.

o    Ihr Einfluss ist weiterhin stark rückläufig.

1.5. Zweitstärkste Partei in den Wahlkreisen

·         AfD ist in vielen Wahlkreisen zweitstärkste Partei

o    Besonders in Westdeutschland konnte sie sich als zweitstärkste Kraft etablieren.

o    In Bayern, Baden-Württemberg und Teilen Nordrhein-Westfalens zeigt sich dieser Trend deutlich.

·         CDU/CSU als zweitstärkste Partei, wo sie nicht gewinnt

o    Dort, wo die AfD gewinnt, bleibt die CDU/CSU in vielen Wahlkreisen zweitstärkste Kraft.

·         SPD und Grüne nur in wenigen Wahlkreisen zweitstärkste Partei

o    Besonders im Westen Deutschlands gibt es vereinzelt SPD als zweitstärkste Kraft.

o    Die Grünen sind in urbanen Zentren zweitstärkste Partei.


 

1.6. Höchste Verluste insgesamt (Zweitstimmen)

·         SPD als größter Verlierer

o    In fast allen Wahlkreisen Westdeutschlands hat die SPD stark an Stimmen verloren.

o    Besonders in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen sind die Verluste hoch.

·         FDP und Freie Wähler verlieren massiv in Süddeutschland

o    Besonders in Bayern und Baden-Württemberg hat die FDP massive Verluste erlitten.

o    Auch die Freien Wähler verlieren erheblich, was darauf hindeutet, dass ihre Wähler zur CSU oder AfD abgewandert sind.

·         Grüne mit moderaten Verlusten

o    Vor allem in ländlichen Regionen haben die Grünen Stimmen eingebüßt.

o    In einigen Wahlkreisen beträgt der Rückgang bis zu 5 %.

1.7. Fazit und Interpretation

Die Bundestagswahl 2025 zeigt eine deutliche politische Neuordnung in Deutschland:

1.      AfD als große Gewinnerin

o    Starke Zugewinne insbesondere in Ostdeutschland, aber auch in ländlichen Regionen Westdeutschlands.

o    Sie ist in vielen Wahlkreisen entweder stärkste oder zweitstärkste Partei.

2.      CDU/CSU stabil, aber keine großen Zugewinne

o    Hat ihre traditionelle Wählerschaft in Süddeutschland gehalten.

o    Konnte von den Schwächen der Ampel-Parteien profitieren, aber nicht flächendeckend zulegen.

3.      SPD als großer Verlierer

o    Starke Verluste in vielen Wahlkreisen.

o    Konnte nur noch in wenigen Regionen als stärkste oder zweitstärkste Partei bestehen.

4.      Grüne mit schwachen Ergebnissen

o    Verluste in vielen Wahlkreisen, insbesondere in ländlichen Regionen.

o    Nur noch in Großstädten mit leichten Zugewinnen.

5.      FDP und Freie Wähler unter Druck

o    Starke Verluste, besonders in Bayern und Baden-Württemberg.

o    Viele Wähler sind entweder zur CDU/CSU oder zur AfD abgewandert.

Die Wahl zeigt eine zunehmende politische Polarisierung zwischen Stadt und Land sowie zwischen Ost- und Westdeutschland. Die AfD ist nun eine etablierte Kraft in vielen Wahlkreisen, während die klassischen Regierungsparteien deutliche Einbußen hinnehmen mussten.

2.    Detaillierte Strategische Analyse der Bundestagswahl für die Energiewende und Projektumsetzung vor Ort

Die Bundestagswahl 2025 hat die politische Landschaft Deutschlands grundlegend verändert. Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Polarisierung zwischen urbanen und ländlichen Regionen sowie zwischen Ost- und Westdeutschland hin. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Energiewende, insbesondere für die Umsetzung von Wind-, Solar- und Netzausbauprojekten auf lokaler Ebene.

Da der Erfolg der Energiewende maßgeblich von der Akzeptanz vor Ort abhängt, müssen Projektentwickler, Kommunen und Unternehmen ihre Strategien anpassen, um Widerstände zu minimieren und Mehrheiten für ihre Vorhaben zu sichern.

2.1.         Politische Veränderungen und ihre direkten Folgen für die Energiewende

2.2.       Der massive Aufstieg der AfD und seine Konsequenzen für Energieprojekte

Die AfD hat in vielen Wahlkreisen Ostdeutschlands und zunehmend auch in ländlichen Regionen Westdeutschlands starke Gewinne erzielt. Die Partei lehnt die Energiewende weitgehend ab, befürwortet den Erhalt fossiler Energieträger und propagiert einen stärkeren Fokus auf Kernkraft.

Herausforderungen für Projekte in AfD-dominierten Regionen

·         Geringere politische Unterstützung für Wind- und Solarenergie

o    In Kommunen, in denen die AfD stark ist oder mitregiert, könnte es schwerer werden, Genehmigungen für neue Wind- oder Solarparks zu erhalten, da sich die Partei als gestärkt sieht.

o    AfD-geführte Kommunen könnten versuchen, über restriktive Bauvorschriften oder Bürgerentscheide Projekte zu verzögern oder zu verhindern.

·         Steigende Bürgerproteste gegen Energieinfrastrukturprojekte

o    Die AfD kann als politische Plattform für Widerstandsgruppen dienen, die sich gegen Windräder oder neue Stromtrassen formieren. Bürgerinnen und Bürger können sich durch den Wahlerfolg der AfD in ihrer Region ermutigt fühlen, sich deutlich gegen die Energiewende zu positionieren.

o    Besonders betroffen sind Ostdeutschland, Bayern und ländliche Regionen Niedersachsens.

·         Erschwerte Genehmigungsprozesse

o    Wenn AfD-nahe Vertreterinnen und Vertreter in Kommunalparlamenten oder Landtagen agieren, könnten sie versuchen, Planungsverfahren durch neue bürokratische Hürden zu verzögern, da sie sich dem Mehrheitswillen der Bevölkerung noch stärker verpflichtet fühlen. Gerade dort, wo direktgewählte Abgeordnete nun in den Bundestag eingezogen sind.

o    Besonders betroffen wären Bundesländer wie Sachsen, Thüringen oder Brandenburg.

Strategische Maßnahmen für Projektentwickler

·         Frühzeitige Einbindung lokaler Entscheidungsträger

o    Nicht nur mit politischen Vertreterinnen und Vertretern sprechen, sondern gezielt kommunale Multiplikatoren wie Gewerbeverbände, Kirchen, Feuerwehrvereine und Bürgerinitiativen einbinden.

o    Frühzeitige Informationsveranstaltungen mit glaubwürdigen lokalen Persönlichkeiten organisieren.

·         Finanzielle Beteiligung von Gemeinden und Bürgerschaft erhöhen

o    AfD-nahe Wählerinnen und Wähler sind oft skeptisch gegenüber zentralstaatlicher Regulierung, jedoch offener für Projekte, die „ihre Gemeinde“ direkt profitieren lassen.

o    Stärkere Anreize wie vergünstigte Stromtarife, direkte Beteiligungsmodelle oder Gemeindeabgaben schaffen.

·         Narrativ der nationalen Unabhängigkeit nutzen

o    Argumentation auf Energiesouveränität und Unabhängigkeit von ausländischen Energielieferungen (z. B. amerikanischem Fracking-Gas oder chinesischer Solartechnologie) ausrichten.

o    Den Fokus weg von „Klimaschutz“ hin zu „Versorgungssicherheit und Energiesicherheit“ legen.

2.3.        CDU/CSU als pragmatischer, aber zurückhaltender Akteur der EnergiewendeDie CDU/CSU konnte in vielen westdeutschen Regionen ihre Position halten oder ausbauen. Die Union unterstützt die Energiewende grundsätzlich, legt aber einen stärkeren Fokus auf wirtschaftliche Machbarkeit, Netzausbau und Versorgungssicherheit.

Herausforderungen und Chancen in CDU/CSU-geführten Regionen

·         Vorsichtige Unterstützung für erneuerbare Energien, aber gegen Zwangsmaßnahmen

o    Die Union wird den Ausbau erneuerbarer Energien weiter fördern, aber keine Maßnahmen durchsetzen, die auf Widerstand in der Bevölkerung stoßen könnten.

o    Wahrscheinlicher Fokus auf Wasserstoffwirtschaft, Großspeicher und Netzausbau statt auf dezentrale Wind- und Solarprojekte.

·         Förderung von Bürgerenergie und wirtschaftsnahen Modellen

o    CDU-geführte Länder werden eher auf Eigenverbrauchsmodelle setzen, die Gewerbebetriebe und Kommunen einbinden.

o    Große Freiflächen-PV-Projekte könnten es schwerer haben als PV-Anlagen für Gewerbegebäude oder Wohnquartiere.

Strategische Maßnahmen für Projektentwickler

·         Fokus auf wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen und Kommunen

o    Projekte so gestalten, dass sie lokalen Gewerbebetrieben oder Gemeinden finanzielle Vorteile bieten.

o    Vor allem Gewerbegebiete oder Industrieparks für Solar- oder Windkraftprojekte priorisieren.

·         Netzausbau und Speicherlösungen in den Mittelpunkt stellen

o    CDU-geführte Bundesländer sind eher bereit, in Netzausbau und Wasserstoff-Infrastrukturen zu investieren.

o    Kooperationen mit lokalen Versorgern und Netzbetreibern forcieren.

2.4.       SPD-Verluste und Auswirkungen auf soziale Energiepolitik

Die SPD hat in vielen Regionen Stimmen verloren. Das bedeutet:

o    Weniger Druck auf soziale Ausgleichsmaßnahmen in der Energiewende

o    Schwächere Förderung für Akzeptanzmaßnahmen auf Bundesebene

Strategische Maßnahmen für Projektentwickler

·         Soziale Komponenten in Energieprojekten verstärken

o    Modelle entwickeln, die sozial schwache Haushalte entlasten, z. B. vergünstigte Mieterstrommodelle.

o    In SPD-geführten Kommunen weiterhin auf Bürgerbeteiligung setzen.

2.5.        Grüne verlieren ländliche Hochburgen, halten aber StädteDie Grünen haben in ländlichen Regionen stark verloren, während sie in Städten stabil bleiben.

Herausforderungen für Projekte

·         Schwächere politische Unterstützung auf kommunaler Ebene

o    Von grünen Kommunalvertreterinnen und -vertretern wird weniger Druck gemacht werden, Klimaschutz vor Ort zu betreiben. Das kann die Ausgangslage für Projekte verschlechtern.

·         Mehr Widerstand gegen zentrale Steuerungsmaßnahmen der Energiewende

Strategische Maßnahmen

·         Projekte mit Biodiversitätsmaßnahmen verknüpfen

o    Blühstreifen unter PV-Anlagen oder Schutzmaßnahmen für Wildtiere um Windräder können Akzeptanz erhöhen.

·         Neue strategische Allianzen bilden

o    Kooperationen mit Naturschutzverbänden suchen, um Umweltvorteile von Projekten zu betonen.

2.6.        Fazit: Notwendige strategische Anpassungen für Projektentwickler

Die Bundestagswahl 2025 verändert die Rahmenbedingungen für die Energiewende. Projektentwickler müssen sich darauf einstellen, dass Widerstand gegen erneuerbare Energien in bestimmten Regionen zunimmt. Gleichzeitig gibt es neue Möglichkeiten, durch clevere Kommunikations- und Beteiligungsstrategien Akzeptanz zu gewinnen.

Kommentar zur Bundestagswahl

Warum Klima kein Thema war

Was die Jugend gewählt hätte

Die 5 wichtigsten Maßnahmen für erfolgreiche Energieprojekte nach der Bundestagswahl

1)      Frühzeitige politische und gesellschaftliche Einbindung

Direkt mit Bürgerinnen und Bürgern sowie kommunalen Akteuren in den Dialog treten, bevor Widerstand entsteht.

2)      Finanzielle Beteiligung und lokale Wertschöpfung stärken

Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gemeinden direkte wirtschaftliche Vorteile bieten.

3)      Narrative auf Versorgungssicherheit statt Klimaschutz ausrichten

Argumentation stärker an Energiesouveränität und Preisstabilität koppeln.

4)      Technologische Diversifizierung forcieren

Mehr Fokus auf Speicher, Wasserstoff und Quartierslösungen.

5)      Regionale Unterschiede stärker berücksichtigen

In AfD-Regionen mit kommunalen Wirtschaftsmodellen arbeiten, in grünen Städten auf dezentrale Energielösungen setzen.

Mit diesen Strategien können Energieprojekte auch in einem politisch schwierigeren Umfeld erfolgreich umgesetzt werden.

Autor: Michael Krieger, Geschäftsführer von Dialoge Digital, www.dialoge.digital

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Michael Krieger, Geschäftsführer Dialoge Digital

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