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BVES: Speicherbranche rechnet mit leichtem Wachstum im Jahr 2025

Nachdem im vergangenen Jahr die Umsätze der Speicheranbieter vor allem im Heimsegment rückläufig waren, geht der Bundesverband Energiespeicher (BVES) für dieses Jahr wieder von einem leichten Wachstum aus. Der Verband begründet dies unter anderem mit einem durchaus optimistischen Ausblick durch die Anbieter. Für die gesamte Branche – inklusive Wärmespeicher – erwartet der BVES ein Wachstum des Umsatzes von 12,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 14,2 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Mitglieder befragt

Dazu hat der BVES durch 3 Energie Consulting (3EC) seine Mitglieder befragt, wie diese den Geschäftsverlauf für dieses Jahr einschätzen. Die Hamburger Marktforscher von 3EC haben auch Experteninterviews durchgeführt, um die Stimmung in der Branche einschätzen zu können. Das Ergebnis: Mit 75 Prozent der befragten und interviewten Mitgliedsunternehmen sehen drei Viertel der Branche die Marktentwicklung positiv oder eher positiv. Von einem gleichbleibenden Speicherabsatz gehen 22 Prozent der Mitglieder des BVES aus. Nur acht Prozent schauen eher pessimistisch auf den Speichermarkt des Jahres 2025.

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Die meisten Unternehmen sehen steigende Umsätze

Entsprechend sieht auch die Erwartung der Umsatzentwicklung aus. So gehen 30 Prozent (2024: 46 Prozent) von einer Umsatzsteigerung um bis zu 20 Prozent aus. Weitere 33 Prozent (2024: 14 Prozent) erwarten eine Umsatzsteigerung zwischen 21 und 50 Prozent. Von den befragten Unternehmen gehen 20 Prozent sogar davon aus, dass sich ihr Umsatz 2025 um mindestens 51 Prozent bis hin zu einer Verdopplung steigern wird. Das ist der gleiche Wert wie 2024.

Speicheranbieter setzten 2024 weniger um

Weitere sechs Prozent sehen sogar mehr als eine Verdopplung des Umsatzes im Vergleich zu 2024 – ebenfalls der gleiche Wert wie 2024. Nur elf Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie in diesem Jahr einen ähnlichen Umsatz wie 2024 erwirtschaften werden. Im Jahr 2024 gingen 14 Prozent von einem Umsatzrückgang aus.

Erwartungen verhaltener als im vergangenen Jahr

Damit sind die Erwartungen deutlich verhaltener als noch im vergangenen Jahr. Mit Blick auf die Segmente zeigt sich, dass vor allem Anbieter von Speichern für Gewerbe und Industrie das stärkste Umsatzplus erwarten. Nach Schätzungen des BVES wird sich in diesem Segment der Umsatz von 1,3 auf 1,4 Milliarden Euro entwickeln. Das größte Plus erwartet der Verband aber im Bereich der Großspeicher. Hier geht er von einer Steigerung von 1,367 auf 1,865 Milliarden Euro aus. Die Branche erwartet aber auch, dass die Nachfrage nach Speichern für die Unterstützung der Ladeinfrastruktur weiter zulegt.

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Umsatzrückgang beim Heimspeichern erwartet

Pessimistischer sieht die Lage bei den Heimspeichern aus. Hier sehen nur 13 Prozent der von 3EC befragten Anbieter derzeit Wachstumspotenziale. „Dies liegt aber auch daran, dass die meisten unserer Mitgliedsunternehmen vor allem im Bereich der Gewerbe- und Großspeicher aktiv sind“, schränkt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES, ein. „Die von uns vertretenen Unternehmen schauen entsprechend etwas positiver ins Jahr 2025.“

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Der Verband geht entsprechend von einem Rückgang des Umsatzes von 2,8 auf 2,6 Milliarden Euro aus. Hier spielen aber auch Preissenkungen eine sehr starke Rolle. Denn in diesem Bereich sind nach Angaben von Urban Windelen nur wenige deutsche oder europäische Hersteller aktiv. Dieses sehr preissensible Segment wird stark von asiatischen Anbietern dominiert. Zudem ist dieses Segment sehr stark mit dem Ausbau der Photovoltaik auf Hausdächern verknüpft. Auch hier sind für 2025 keine riesigen Sprünge bei den Ausbauzahlen zu erwarten.

Heimspeicher werden kleiner

Hier können deutsche und europäische Hersteller vor allem mit einem cleveren Batteriemanagementsystem oder einem umfangreichen Energiemanagement punkten. „Die heimische Branche muss ihre Konkurrenzfähigkeit durch Alleinstellungsmerkmale im Bereich der Software, hier vor allem der Cybersecurity und der Energieoptimierung, unter Beweis stellen“, erklärt Urban Windelen. „Wir sehen auch, dass die im Heimbereich installierten Speicher wieder kleiner werden.“ Dies liegt nicht zuletzt an der Sektorkopplung in den Gebäuden, wodurch auch mit einem kleineren Speicher viel Eigenverbrauch von Solarstrom erreicht werden kann.

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Speicher mit Solarparks kombinieren

Auch Industrie- und Gewerbespeicher werden an die Bedürfnisse der Betriebe angepasst. „Hier sind die Anlagen sehr unterschiedlich groß“, sagt der BVES-Chef. „Die Bandbreite reicht von Speichern mit 20 bis 30 Kilowattstunden bis hin zu Anlagen mit durchaus auch zehn Megawattstunden. Bei den Großspeichern wächst die Kapazität der installierten Systeme schneller als deren Leistung. Zudem werden durch die jüngsten Gesetzesänderungen – vor allem durch das sogenannte Solarspitzengesetz – die Kombination von Speichern mit Solarparks und Windkraftanlagen stärker angereizt, wie Urban Windelen bestätigt. (su)