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Ausschreibungen

Gegen technologieoffene Ausschreibungen

Peter Röttgen, Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), erklärt, warum er technologieoffene Ausschreibungen nicht für sinnvoll hält.

Nicole Weinhold

Technologieoffene Ausschreibungen werden von vielen Vertretern der Regenerativbranche in Deutschland, von Verbänden wie BWE, BSW-Solar und dem Dachverband BEE abgelehnt. BEE-Geschäftsführer Peter Röttgen erklärt, warum das so ist:

Das Ausschreibungsdesign muss sich an den Erfordernissen unserer künftigen Energieversorgungsstruktur ausrichten. Die verschiedenen Erneuerbare-Energie-Quellen haben sehr unterschiedliche technische Spezifikationen und Potenziale der örtlichen Energiegewinnung sowie Rahmenbedingungen ihrer Installation. Ein Mix aus Erneuerbare-Energie-Technologien hat zudem eine Reihe systemischer Vorteile im Vergleich zu einer Monokultur mit nur einer Technologie. Beispielsweise haben Windenergie und Photovoltaik unterschiedliche, teilweise komplementäre Zeiten der Verfügbarkeit und die steuerbare Bioenergie kann entsprechend ausgleichen. Der Systembedarf ist also maßgeblich für die auszuschreibenden Mengen spezieller Technologien.

Dies ist auch innovations- und industrie­politisch sinnvoll, da die Sparten der Erneuerbaren-Branche einen verlässlichen hiesigen Absatzmarkt benötigen. Bei technologieneutralen Ausschreibungen würde wahrscheinlich zunächst eine Technologie dominieren, während andere ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren, aber später doch gebraucht werden. Das ist nicht pro­gnostizierbar und für die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht tragbar. Dabei ist es ohnehin so, dass die nach Raumordnung und Gesetzgebung möglichen Technologien weitgehend vorgegeben sind, nur dass der Staat freiwillig ein wichtiges Instrument der Steuerung aus der Hand geben würde.

Zudem ist das Risiko groß, dass sich kein optimales System ergibt. Das wäre also weder betriebs- noch volkswirtschaftlich sinnvoll. Vielmehr bedarf es klarer Ausbaupfade, deren quantitative und qualitative Bemessung sich an der Zielstruktur orientieren muss. Dabei können auch die bereits im aktuellen Koalitionsvertrag aufgeführte regionale Steuerung vorgenommen und besondere Potenziale, beispielsweise urbane Dachflächen, konkret angesteuert werden. Auf diese Weise ergibt sich der notwendige Rahmen, an dem sich alle Akteure orientieren können.

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