Speicher

„Wir werden Megawattstundenprojekte vorantreiben“

Der österreichische Hersteller Bluesky hat mit der Salzwasserbatterie eine Alternative zum Lithiumspeicher entwickelt. Wen das Unternehmen damit anspricht und wie die weitere technologische Entwicklung aussieht, erklärt Geschäftsführer Helmut Mayer.

Herr Mayer, Sie sind mit dem eigenen Salzwasserspeicher seit gut einem Jahr am Markt und haben schon längere Erfahrung mit dem Vertrieb solcher Geräte. Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die Nachfrage nach Ihren Geräten in den kommenden Monaten entwickeln?

Helmut Mayer: Wir freuen uns übersteigendes Interesse am sicheren und umweltfreundlichen Greenrock-Salzwasserstromspeicher. Schulen, landwirtschaftliche Betriebe und private Einfamilienhausbesitzer legen zunehmend Wert auf Sicherheit in ihrem Lebens- und Arbeitsumfeld. Das grundsätzlich steigende Interesse am Thema Stromspeichern wirkt sich im Zusammenhang mit dem Sicherheitsaspekt positiv für uns aus.

Welche Märkte für Stromspeicher allgemein sehen sie für die kommenden Monate als vielversprechend an?

Für den Raum Deutschland, Österreich und Schweiz sind vor allem installationsfertige Speicherlösungen mit integrierten Energiemanagement gefragt. Diese Lösungen sind skalierbar in der Produktlinie Greenrock Home von fünf bis 30 Kilowattstunden und in der Produktlinie Business von 30 bis 270 Kilowattstunden. Kleinstlösungen die zum Beispiel ein Schrebergartenhäuschen versorgen können, sind im europäischen Ausland gefragt. So kann auch in einfachen Verhältnissen Versorgung für Kühlschrank, Fernseher oder Handyladegerät gesichert werden.

Gibt es neue Märkte jenseits der bisherigen, die sie als Ziel für das kommende Jahr vorgesehen haben oder bei denen sie Aussichten auf Entwicklung sehen?

Im Jahr 2019 und 2020 werden wir Megawattstunden-Projekte vorantreiben und Salzwasser Stromspeicher für Hochvoltsysteme umsetzen.

Bisher sind es vor allem die Heimspeicher, die den Zubau bestimmen. Das Segment der Gewerbespeicher ist bisher noch klein. Wird sich das aus Ihrer Sicht im kommenden Jahr ändern?

Das Interesse Betriebe mit einem Speicher abzusichern steigt. Für Betriebe wird die Absicherung der Stromversorgung zunehmend interessant, auch wenn die Möglichkeit eines Stromausfalls aus dem Hauptnetz gering ist. Bei einem eventuellen Ausfall müssen Server gesichert werden, Belüftungssysteme laufen, oder Tiere in der Landwirtschaft gefüttert und gemolken werden. Mitarbeiter können nur bei aufrechter Stromversorgung arbeiten. Eventuelle Ausfallskosten aufgrund eines Stromausfalls werden im Risiko eingerechnet. Der Speicher dient sozusagen als Versicherung im Fall eines Netzausfalls. Ein weiterer Aspekt sind die Möglichkeiten zum Peak Shaving. Mit einer kleineren Netzanbindung und damit verbundenen niedrigeren Kosten können Dank Speicher und intelligentem Energiemanagement die Bedarfe des Kunden Verbrauchsspitzen gekappt werden. Zusätzlich macht die Abschreibung Investitionen interessant.

Welche Entwicklung von Geschäftsmodellen für Speicher sehen Sie in den kommenden Monaten – vor allem auch mit Blick auf Gewerbespeicher?

Contracting und Leasingmodelle bieten verschiedene Möglichkeiten ohne großen Vorabinvest die Vorteile von Stromspeichern zu nutzen. Gewinne könne so ab dem ersten Betriebsmonat generiert werden.

In Österreich laufen derzeit einige Projekte mit Quartierspeichern. Wird sich dieser Ansatz der gemeinsamen Speichernutzung künftig weiter durchsetzen und als zweites Standbein neben dem Heimspeicher entwickeln?

Diese Entwicklung ist interessant und wir versuchen hier mit unserem Greenrock Energiemanagementsystem entsprechende Lösungen anzubieten.

Die Wirtschaftlichkeit von Speichern ist derzeit noch eine Frage der Preisentwicklung für die Geräte. Da hat die Branche schon viel geschafft. Mit welcher Preisentwicklung rechnen Sie im kommenden Jahr?

Wir gehen davon aus, dass hochqualitative Produkte eine leichte, jedoch keine fundamentale Preissenkung am Markt erleben werden. Steigende Preise für seltene Materialien wie Lithium oder Cobalt lassen da wenig Spielraum über. Größere Preissenkungen gehen dann folglich auf Kosten der Qualität, Garantie oder Zyklen der Batterien. Wir haben es mit unserer Salzwassertechnologie etwas leichter, da wir von keinen seltenen Materialien abhängig sind.

Mit welchen Ansätzen können Speicher preiswerter werden?

Mit einem integrierten Energiemanagementsystem werden Speicher indirekt preiswerter, da man wesentlich mehr Nutzen aus dem Speicher ziehen kann.

Welche technologische Entwicklung haben Sie für die kommenden Monate geplant?

Der Fokus in Sachen Entwicklung liegt im Bereich Gewerbespeicher, um auch diese Produktlinie so erfolgreich zu machen wie die Greenrock Home Produktlinie für Privathaushalte.

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