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Massive Unterzeichnung bei Onshore-Wind

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der Ausschreibung für Wind an Land bekannt gegeben. 6,26 Cent pro Kilowattstunden war der Zuschlagswert im Schnitt.

Nicole Weinhold

In der letzten Onshore-Ausschreibung 2018 kam es zu einer massiven Unterzeichnung. Laut Bundesnetzagentur (BNetzA) waren zwar 670 Megawatt (MW) ausgeschreiben, aber es trudelten nur Gebote über insgesamt 363 MW ein. Der durchschnittliche Zuschlagspreis lag bei 6,26 Cent pro Kilowattstunde.

„Es muss verlässlicher aber vor allem einfacher werden, Projekte bis zur Genehmigung zu entwickeln und damit an den Auktionen teilzunehmen,“ sagt Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Technologie- und Projektentwicklung brauchen eine klare Perspektive. Marktrisiko ist wichtig für den Wettbewerb, aber politische Risiken verhindern Investitionen."

Der VDMA halte zum Beispiel die aktuellen Länderinitiativen von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg zu unberechenbaren und verschärften Genehmigungsregeln für vollkommen kontraproduktiv. Positiv sei dagegen das Engagement von Bund und Ländern mit der Industrie in der Plattform „Genehmigungssituation“ der Fachagentur Wind an Land, in der die aktuell geringe Genehmigungszahl analysiert wird.

Auch brauche die Branche nun Klarheit über die Sonderausschreibungen, die im Koalitionsvertrag angekündigt sind. Eine Aufteilung der vier Gigawatt (GW) in realistische Zusatzmengen könne hier klare Perspektiven geben, ohne das System zu überfordern. Zelinger erinnert an den Sinn des Ausbaus erneuerbarer Energien: „Europa und Deutschland haben Klimaschutzziele, die international verbindlich sind. Wir würden uns auch Exportchancen verbauen, wenn wir kein Leitmarkt mehr wären.“

Für die Sonderausschreibungen für Windenergie an Land schlägt VDMA Power Systems konkret eine Streckung bis zum Jahr 2021 mit gestaffeltem Hochlauf vor. Darüber hinaus soll Netzanschlusspotential für eine Sonderausschreibung für Windenergie auf See verwendet werden. Beides könnte einerseits Wettbewerb sicherstellen, den Ausbau aber auch derart voranbringen, dass danach ein klarer Pfad zu den 2030-Ausbauzielen möglich ist.

Darüber hinaus gilt es, den Netzausbau ambitioniert voran zu bringen. Die Branche ist stets bereit, sich an der Lösungsfindung zu beteiligen. Der VDMA steht für eine chancenorientierte und progressive Energiepolitik auch bei der Netzmodernisierung.

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