Foto: MAN Energy Solutions

MAN setzt auf Energiewende auf dem Wasser

Der Schiffsmotorenhersteller Man will die Energiewende auf dem Meer und den Flüssen vorantreiben. Das Ziel ist, überschüssigen Ökostrom in Form von Wasserstoff zu nutzen.

Der Hersteller von Boots- und Schiffsantrieben MAN Energy Solutions aus Augsburg macht sich für weniger Treibhausgasemissionen im Schiffsverkehr stark. Dazu setzt das Unternehmen zunächst kurzfristig auf den verstärkten Einsatz von emissionsarmen Gasen statt des derzeit verwendeten Gemischs aus Diesel und Schweröl. „Der Weg zur Dekarbonisierung der maritimen Wirtschaft führt über die Dekarbonisierung der Kraftstoffe“, erklärt Lex Nijsen, Leiter der Marinesparte bei MAN Energy Solutions. „Denn gerade bei Containerschiffen ist eine vollständige Elektrifizierung technisch nicht darstellbar.“

Über Erdgas zum Wasserstoff

Derzeit stehen bei MAN Hybridlösungen im Vordergrund, die moderne Verbrennungsmotoren mit elektrischen Systemen und Speicherlösungen kombinieren. Mit solchen Lösungen ist es dann möglich, im Hafenbereich elektrisch zu fahren. Auf hoher See und bei voller Fahrt kann der Schadstoffausstoß hingegen durch den Einsatz von emissionsarmen Treibstoffen reduziert werden.

Die Seefahrt geht hier einen ähnlichen Weg, wie die Schwerlastbrnache auf der Straße. Auch hier führt der Weg offensichtlich zunächst über Flüssigerdgas (LNG), um zunächst den Diesel aus dem Motor zu verbannen. Künftig wird hier aber Wasserstoff als Treibstoff interessant. Denn anders als bei der Batterieelektromobilität hat er den Vorteil, dass der Tankvorgang so schnell geht wie bisher und dass die Reichweiten höher sind als mit einem vom Akku versorgten Elektromotor. Solche Lösungen sind allenfalls für den Kurzstreckenverkehr wie Fähren und für den Freizeitbereich ein brauchbarer Ansatz.

Sektorkopplung ist überfällig

Der Schiffsfernverkehr hingegen soll sich auf die Wasserstofftechnologie konzentrieren, wenn sich solche Ansätze, wie sie MAN Energy Solutions auf der Energy Storage Europe vorstellen wird. Der für die Schiffsfahrt genutzte Wasserstoff wiederum kommt aus überschüssigen erneuerbaren Energien, die für die elektrolytische Trennung von Wasser in seine Bestandteile verwendet werden. „Für eine nachhaltige Logistik der Zukunft ist Power-to-X unerlässlich“, erklärt Nijsen. „Denn die Technologie ermöglicht nicht nur die Speicherung von erneuerbarer Energie, sondern auch die Dekarbonisierung von Kraftstoffen und damit die lange überfällige Sektorkopplung von Energie- und Verkehrswende.“

Brennstoffzellen im Schiff

Damit kann in Zukunft der Verbrennungsmotor aus den Schiffen verschwinden. Denn der Wasserstoff wird zur Stromproduktion in Brennstoffzellen genutzt. Dieser Strom wird dann für den Elektromotor genutzt. Damit erspart sich der Schiffsbauer einen zusätzlichen Antrieb, um auch elektrisch in Häfen unterwegs zu sein. Zumindest H-Tec Systems aus Kiel setzt auf eine solche Lösung auch für Schiffe. Denn bisher wird so etwas nur im Straßenverkehr verwendet. Dazu hat der österreichische Leistungselektronik- und Speicherhersteller Fronius jüngst eine komplette Betankungsanlage vorgestellt. H-Tec Systems wird auf der Energy Storage Europe, die vom 12. bis 14. März in Düsseldorf stattfindet, eine neue Brennstoffzellenlösung für Boote und Schiffe vorstellen. Auch MAN Energy Solutions wird dort seine neuen Power-to-X-Lösungen für den maritimen Bereich präsentieren.

Das Elektroboot wird immer beliebter

Der Umstieg der Schiffe auf den Elektroantrieb hat weitere Vorteile. Denn er ist geräuschärmer, was vor allem Anwohner an Binnengewässern entlastet. Zudem sei die Mobilitätswende auf dem Wasser angesichts des steigenden Schiffsverkehrs ein wichtiges Thema, betont Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES). „Die maritime Energiewende kommt mit smarten Energiespeichern in Bewegung“, sagt er. „Von leistungsstarken Batterietechnologien bis hin zu flexibler Sektorenkopplung per Power-to-X: Dank innovativer Speicherlösungen wird die Transformation zu alternativen Kraftstoffen und Antriebstechnologien möglich und gleichzeitig die Versorgung auf dem Schiff mit Strom, Wärme und Kälte grün.“

Natürlich ist der Elektromotor auf dem Boot längst keine Neuheit mehr. Die Frauscher Bootswerft in Steyermühl setzt schon seit Jahren auf den elektrischen Antrieb seiner Yachten und Boote. „Das Interesse an Elektrobooten hat in den letzten Jahren laufend zugenommen und der technologische Fortschritt im Automobilbereich macht die Modelle immer leistungsstärker und ausdauernder“, weiß Florian Helmberger, Verkaufsleiter bei der Frauscher Bootswerft. Er wird die Keynote auf der Konferenz halten, die die Energy Storage Europe begleitet.

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