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Speicher

"Es geht um komplette Lösungen"

Der Markt für Speichersysteme hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Welche Strategien zu einem weiteren Wachstum führen können, erklärt Mathias Hammer, Geschäftsführer des Leipziger Speicherherstellers Senec.

Welche Märkte für Stromspeicher werden sich in diesem Jahr voraussichtlich gut entwickeln?

Neben Deutschland werden vor allem die Märkte in Italien und Australien wachsen. Dort stimmen die Rahmenbedingungen und die Branche hat Vertriebskanäle aufgebaut.

Gibt es neue Märkte jenseits der bisherigen, die sie als Ziel für dieses Jahr vorgesehen haben oder bei denen sie Aussichten auf Entwicklung sehen?

Wir bereiten den Markteintritt in Österreich vor. Wir beobachten natürlich weitere Märkte, diese sind allerdings mittel- bis langfristig interessant. Für das kommende Jahr erwarten wir keine Entwicklungen, die neue Märkte für uns interessant machen.

Bisher sind es vor allem die Heimspeicher, die den Zubau bestimmen. Das Segment der Gewerbespeicher ist bisher noch klein. Wird sich das aus Ihrer Sicht in den kommenden Monaten ändern?

Das Segment ist in der Tat noch klein, vor allem durch seine immensen Wachstumspotenziale aber sehr attraktiv. Wir erwarten einen deutlichen Schub, wenn Gewerbebetriebe, die als Pioniere bereits früh in Photovoltaikanlagen investiert haben, aus der EEG-Vergütung fallen. Der Markt für Gewerbespeicher wird auch im kommenden Jahr noch vergleichsweise klein bleiben, aber wir werden dies mit Sicherheit genau beobachten.

Welche Entwicklung von Geschäftsmodellen für Speicher sehen Sie in den kommenden Monaten – vor allem auch mit Blick auf Gewerbe- oder sogar Großspeicher?

Für Gewerbespeicher gilt wie auch für Heimspeicher, dass es nicht um Geräte geht, sondern um komplette Lösungen für den Energiebedarf und das Energiemanagement. Insbesondere die Verbindung zur Elektromobilität und zum Flottenmanagement wird dabei eine zentrale Rolle spielen, aber auch Wärme- und Kälteerzeugung durch Photovoltaikanlagen und Stromspeicher sind wichtig. Der Eigenverbrauch muss durch die intelligente Steuerung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch gesteigert werden.

In Österreich laufen derzeit einige Projekte mit Quartierspeichern. Wird sich dieser Ansatz der gemeinsamen Speichernutzung künftig weiter durchsetzen und als zweites Standbein neben dem Heimspeicher entwickeln?

Langfristig werden Quartierspeicher sicherlich eine Rolle spielen. Gegenwärtig handelt es sich aber um Versuchsprojekte, deren Ergebnisse intensiv ausgewertet werden müssen, damit daraus tragfähige Geschäftsmodelle entstehen können.

Die Wirtschaftlichkeit von Speichern ist derzeit noch eine Frage der Preisentwicklung für die Geräte. Da hat die Branche schon viel geschafft. Mit welcher Preisentwicklung rechnen Sie in diesem Jahr?

Die Preise werden stabil bleiben. Die gegenwärtig möglichen Kostenreduktionspotenziale sind bereits weitgehend ausgeschöpft. Mittelfristig werden die Preise aufgrund technologischer Weiterentwicklungen und Effizienzgewinnen in der Produktion aber sinken.

Mit welchen Ansätzen können Speicher preiswerter werden?

Erweiterte und stärker automatisierte Produktionskapazitäten für Batteriemodule sind der wesentliche Faktor für eine Kostensenkung.

Welche technologische Entwicklung haben Sie für die kommenden Monate geplant?

Wir sind in diesem Sommer mit der neuen Baureihe Senec Home V2.1 mit der hunderprozentigen Kapazitätsgarantie in den ersten zehn Jahren einen großen Schritt gegangen. Wir arbeiten an einer neuen, verbesserten Speichergeneration. Darüber hinaus arbeiten wir mit unserem Partner Jung an der Integration in Smart Homeanwendungen.

Sie sind in diesem Jahr unter das Dach von EnBW geschlüpft. Wie entscheidend sind solche Kooperationen mit größeren Unternehmen für die künftige Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle eines Speicherherstellers?

Das Geschäftsmodell Speicherhersteller ist passé. Der Kunde möchte Energielösungen und ein komplettes Energie-Ökosystem aus einer Hand. Da geht es darum, woher der Strom kommt, den er über das hinaus braucht, was er selbst erzeugen kann, wie er sein Elektroauto kostengünstig und nachhaltig beladen und mit Solarstrom heizen kann. Um solche Lösungen anbieten zu können, ist ein umfangreiches energiewirtschaftliches Know-how ebenso notwendig wie die Orientierung an den Bedürfnissen der Endkunden. Gerade die Elektromobilität benötigt umfangreiche Investitionen, die von Speicherherstellern nicht gestemmt werden können. Als Senec können wir keine Ladeinfrastruktur aufbauen, aber wir können unseren Kunden den Zugriff auf das größte Schnellladenetz im deutschsprachigen Raum bieten, das die EnBW betreibt und laufend ausbaut. Aus all diesen Gründen ist die EnBW für uns der ideale Partner.

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