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Windtechnik

Das Letzte aus den Turbinen rausholen

Was die Ausschreibungen in der Onshore-Windkraft für die Herstellerindustrie bedeuten. Interview mit Eno-Chef Karsten Porm.

Interview: Nicole Weinhold

Eno Energy aus Rostock ist Planer, Betreiber und Hersteller von Windenergie­anlagen. Wie bewertet ihr Geschäftsführer Karsten Porm die Ausschreibungen?

Hat Eno bei den ersten Ausschreibungs­runden Zuschläge bekommen?

Karsten Porm: Wir haben Glück gehabt und sind mit 70 Megawatt aus den Ausschreibungen herausgegangen. Das bedeutet für mich, dass ich von der Logistik her gut bis zum Ende des Jahres 2018 planen kann.

Das heißt, Sie können billig?

Karsten Porm: Wir müssen es können. Die Vergütungshöhe reicht, dass wir damit gut klarkommen. Der Markt gibt das auch her, weil in der Lieferantenlandschaft ganz viel Bewegung ist, sodass wir jetzt in der Lage sind, günstiger einzukaufen.

Wächst der Kostendruck für Hersteller?

Karsten Porm: Der Druck war durch die Degression im alten EEG in den vergangenen Jahren schon hoch. Das wird sich jetzt erhöhen bis zu einem Punkt, an dem es nicht mehr funktioniert. Irgendwann werden wir den geringen Vergütungen auch technisch nichts mehr entgegenhalten können. Jetzt gibt es eine Endrallye. Alle versuchen, aus den jetzigen Plattformen das Letzte rauszuholen – wie Durchmesser um die 150 Meter.

Inwiefern ist Maschinenbau in Deutschland noch in der Lage, Kosten zu senken?

Karsten Porm: Da hat man die Talsohle erreicht. Man kann ein Kilo Stahl nur für einen gewissen Preis einkaufen, der jetzt einen ziemlich geringen Wert hat. Da wird nicht mehr viel passieren.

Braucht der deutsche Turbinenmarkt nun billige chinesische Komponenten?

Karsten Porm: Die Tendenz, dass global produziert wird, ist längst im Gange. Es gibt auch in Südeuropa und der Türkei interessante Lieferanten. Man muss immer die Logistikkosten dazu sehen. Mit einem Turm transportiert man praktisch jede Menge Luft. Dann sind die Logistikkosten zu hoch. Wenn Ware im Container kommt, funktioniert es. Die Asiaten sind mittlerweile qualitativ größtenteils voll auf der Höhe. Wir schauen uns in China nach Lieferanten um. Und dort begegnet man derzeit auch anderen deutschen Turbinenbauern, die ihrerseits Verträge mit neuen Zulieferern abschließen.

10 bis 30 Prozent Kostenersparnis?

Karsten Porm: Die Logistik macht viel kaputt, aber ansonsten passt das.

Wohin geht die Reise mit den Ausschreibungen in Deutschland?

Karsten Porm: Wir sind in Schweden aktiv. Und dort ist gut zu sehen, wie die Vergütung für Windstrom völlig börsengekoppelt wird. Wenn wir bei Börsenpreisen landen, wird es aber nicht mehr funktionieren. Bei einer Vergütung von zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde wird kein Windstrom mehr funktionieren. Dafür müssten wir die neue Generation an Maschinen am Laufen haben mit 150 Meter Rotordurchmesser; es müssten andere Pachten sein, die gesamte Infrastruktur müsste anders aufgezogen sein. Das ist eine harte Nummer.

Hilft es, Hersteller und Planer zu sein?

Karsten Porm: Definitiv. Ich habe jede Stellschraube in der Hand. Ich muss nicht als Hersteller darauf warten, dass meine Kunden hoffentlich mit Projekten in die Ausschreibung gehen, für die sie eine Genehmigung haben. Wir schreiben Projekte aus, die wir entsprechend des Produktionsplans bauen wollen.

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